Wirkung von Glyzerinzulagen auf Futteraufnahme und Leistung bei Milchkühen
- Publikations-Art
- Kongressbeitrag
- Autoren
- Harzheim J, Steingaß H und Drochner W.
- Erscheinungsjahr
- 2008
- Veröffentlicht in
- Kongressband 2008 Jena
- Herausgeber
- Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten
- Band/Volume
- 64/
- Serie/Bezeichnung
- VDLUFA-Schriftenreihe
- Seite (von - bis)
- 164-170
- Tagungsname
- Erhöhte Biomassenachfrage – eine neue Herausforderung für die Landwirtschaft.
- Tagungsort
- Jena
- Tagungsdatum
- 16.-19.09.2008
- Schlagworte
- Futteraufnahme, Glyzerinzulage, Milchkühe
Einleitung
Die Nachfrage nach regenerativen Kraftstoffen ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Biodiesel aus Pflanzenöl ist in unseren Breiten ein sehr beliebter regenerativer Kraftstoff. Bei der Umesterung von Pflanzenöl zu Biodiesel fallen in Abhängigkeit von der Fettquelle etwa zehn Prozent Glyzerin an.
Ob der Einsatz von Glyzerin in Wiederkäuerrationen ökonomisch sinnvoll ist, hängt mit dessen Preis zusammen. Dieser hängt wiederum von der Nachfrage nach Biodiesel ab, die sich aus dem Öl-, Getreide- und Ölsaatenpreis ableiten lässt. Bisher ist Glyzerin neben Propylenglycol hauptsächlich als glucoplastische Substanz, zur Prophylaxe und Behandlung der Ketose eingesetzt worden. Da Propylenglycol in der Vergangenheit preisgünstiger war, ist es bevorzugt eingesetzt worden.
Die Gefahr an Ketose zu erkranken, ist für Milchkühe im peripartalen Zeitraum besonders groß. Der hohe Energiebedarf mit Einsetzen der Laktation sorgt teilweise für eine übermäßige Fettmobilisierung. Weniger stoffwechselstabile Kühe können dann an einer Ketose erkranken. Therapiert wird dies mit der oralen Gabe von glucoplastischen Substanzen (Drench). Da dies ein „zwanghafter" und zeitaufwendiger Eingriff ist, wurde anhand der Parameter der Pansenfermentation untersucht, ob Glyzerin wenn es direkt in die Totalmischration (TMR) gegeben wird, ebenfalls antiketotische Wirkung besitzt. Die in der Literatur beschriebenen Ergebnisse hierzu sind sehr heterogen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit lag allerdings darin, mehr über die Wirkungsweise eines Rohglyzerins auf die Futteraufnahme, Milchleistung und Milchzusammensetzung zu erfahren.
Gleichzeitig wurde untersucht, wie sich eine Glycerinzulage auf die Nährstoffverdaulichkeit der Ration auswirkt.